Mehr „Nähe in der Lehre“ – warum nicht als „parasoziale Interaktionen“? - Flipped Classroom Academy

8. Juli 2020 – Mich überraschen die geradezu wehmütigen Rufe vieler Dozierenden an unseren Hochschulen, die inzwischen stark digital realisierte Kommunikation mit den Lernenden müsse schnell wieder der analogen, „nahen“ Kommunikation weichen.

Schrecklich doch für sie, dass auch das nächste Studienjahr dem wieder nicht entsprechen werden wird… Oder?!

Versuchen Sie’s doch einfach mal mit echter intensiver Nähe durch eine entsprechend digital gestaltete Kommunikation!

Für die heutigen jungen Lernenden ist „Nähe“ längst in digital-vermittelter Weise viel präsenter als körperlich-analog.

Körperlich distanzieren sie sich von uns Lehrenden ja eh schon seit langem durch ihr Abtauchen hinter Notebooks und Pads und Phones während der bisherigen (früher üblichen) Präsenzveranstaltungen in einem analogen, körperlich bedrückend engen, verschwitzten und verlaberten Seminarraum.

Sie korrespondieren derweil lieber mit ihren externen Liebsten und mit Muttern und mit Zalando, während wir erläuternd und aufgeregt dozierend um Nähe und Präsenz werbend von Modellen und Theorien reden, die sie schon gar nicht mehr erreichen.

Sie sind es erkennbar längst gewohnt, parasoziale Interaktionen zu pflegen statt soziale. Sie leben mit und in ihren Serien und in den Social Media.

Erwarten wir womöglich etwas, das ihre Bedürfnisse gar nicht mehr trifft, wenn wir behaupten: Unsere Studierenden brauchen endlich wieder das gemeinsame Arbeiten in einem (gebäudetechnisch definierten) Raum?

Sind das gar bloß unsere eigenen Bedürfnisse, die für uns selbst durch das Interagieren per Zoom und per voraufgezeichnete Lektionen nicht mehr hinreichend befriedigt werden?

Haben wir gar etwas zuviel vom „Betüttelnwollen“ (oder -müssen) an und in uns…?

In meiner neuen Masterclass der https://flippedclassroom.academy können Sie nebenbei auch erfahren, wie Sie parasoziale Interaktion (siehe Horton und Wohl sowie Meyrowitz) unseren Rezipient*innen entsprechend ausgestalten können.

Dazu gehören sowohl verbale als auch nonverbale Kompetenzen. Diese benötigen Sie dringend – sowohl für die Live-Meetings online als auch für die vorproduzierten Videolektionen.

Es kommt wirklich einfach auf die richtige Ansprache und Tonalität an – und bei den Zoom-Meetings hängt vieles daran, wie wir uns am Bildschirm positionieren. 

Dieses neue und umfassende Lernprogramm startet mit einer ersten Summer School ab Ende Juli 2020. Man kann es sich allein erarbeiten, bei Bedarf aber auch unterstützt durch mein individuell geführtes digitales Mentoring – aber auch mit einem individuellen Coaching oder einem Gruppencoaching.